{"id":11,"date":"2023-03-23T13:02:59","date_gmt":"2023-03-23T13:02:59","guid":{"rendered":"https:\/\/anke123.koehring.net\/?page_id=11"},"modified":"2023-03-24T19:20:24","modified_gmt":"2023-03-24T19:20:24","slug":"die-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/anke123.koehring.net\/?page_id=11","title":{"rendered":"Die Geschichte"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"455\" height=\"164\" src=\"https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/a_Das_Boseler_Buerbeer-Fest_und_seine_Geschichte.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-186\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"502\" src=\"https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/db_Buerbeer-_0812.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53\" srcset=\"https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/db_Buerbeer-_0812.jpg 800w, https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/db_Buerbeer-_0812-300x188.jpg 300w, https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/db_Buerbeer-_0812-768x482.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Das B\u00f6seler &#8222;Buerbeerfest&#8220; und seine Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Vortrag am St. Georgstag, den 23. April 1981<br>&#8211; gehalten durch Pastor Gr\u00fctzner &#8211; in der St. Georgskirche zu B\u00f6sel:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"75\" height=\"112\" src=\"https:\/\/anke123.koehring.net\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/an294.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-51\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>1. Geschichtliche Vorbemerkungen<\/strong><br>Die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung des Ortsnamens &#8222;B\u00f6sel&#8220; finden wir in der Kalandsakte von 1329, in der die Kirchenjuraten der Kirchengemeinde B\u00f6sel als &#8222;membra&#8220; der &#8222;societaet calandis&#8220; bezeichnet werden, das heisst, dass die Kirchenrechnungsf\u00fchrer als Mitglieder der Kalandsbruderschaft bezeichnet werden. Die Kalandsbruderschaft war ein Zusammenschluss von Adligen, die Ackerland unter die Verwaltung der Kirchengemeinden gegeben hatten, um von dem Pachterl\u00f6s Wohlt\u00e4tigkeitsaufgaben zu erf\u00fcllen. Von solchen Pachterl\u00f6sen wurde zum Beispiel in L\u00fcchow der &#8222;Georgshof&#8220; gegr\u00fcndet und unterhalten, an dessen Standort uns noch heute die Georgsstra\u00dfe in L\u00fcchow erinnert. An den ehemaligen Sitz des Kalands, der noch bis vor hundert Jahren in Form einer Wohlt\u00e4tigkeits-Stiftung bestand, erinnert uns die Kalandstra\u00dfe am Glockenturm. Der w\u00fcrdige Nachfolger des ehemaligen Georgshofes ist das heutige &#8222;Altenheim St. Georg&#8220;. Der Name r\u00fchrt daher, dass St. Georg der Namenspatron des Adels war. Weil das B\u00f6seler Acker- und Weideland zur H\u00e4lfte aus Dom\u00e4nenbesitz des L\u00fcchower Adels bestand, erhielt auch die B\u00f6seler Kirche als Schutzpatron den hl. St. Georg zugedacht.<br>Der hl. St. Georg wird in der Legende als einer bezeichnet, der einen Drachen get\u00f6tet hat. Doch ist in dieser Deutung mehr eine Symbolik zusehen und zwar der Gedanke der &#8222;Abwehr gegen das B\u00f6se und Bedrohliche&#8220;! Die B\u00f6seler Kirche, wie sie sich in ihrer wuchtigen Feldsteinbauweise pr\u00e4sentiert, verk\u00f6rperte auch in den Herzen der Menschen jener Zeit den &#8222;Schutz vor dem B\u00f6sen&#8220;.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Geschichtliche Deutung des Buerbeerfestes<\/strong><br>Das Buerbeerfest war fr\u00fcher in heidnischer Zeit eine so genannte Feld- und Flurprozession, wo man versuchte, durch die Umgehung der Felder den g\u00f6ttlichen Schutz f\u00fcr die Saaten zu erringen. In katholischer Zeit wurde die Umgehung fortgef\u00fchrt, doch nun, unter dem Gesichtspunkt, dass man nun den Christengott um den Schutz f\u00fcr \u00adSaaten bat. Selbst anfangs der evangelischen Zeit wurde sie noch durchgef\u00fchrt, denn in der ersten L\u00fcneburgschen Kirchenordnung von 1527 wurde sie noch als so genannte &#8222;hyllige Dracht&#8220; (heilige Tracht) aufgef\u00fchrt. Bereits zu katholischer Zeit legte man die heilige Tracht auf den Namenstag des heiligen St. Georg, den 23. April, an dem auch anschlie\u00dfend an die Feldumgehung das Kirchweihfest des Dorfes gefeiert wurde. In evangelischer Zeit hat man dann die Feldumgehung in einen so genannten Bittgottesdienst gegen Unwettersch\u00e4den, auch &#8222;Hagelpredigt&#8220; genannt, umgewandelt.<br>Der Zeitpunkt des Festes, das Wochenende nach dem St. Georgstag, hat sich bis heute erhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Br\u00e4uche des Festes<\/strong><br>Opfergaben: Eier und Braunbier!<\/p>\n\n\n\n<p>Bis vor nicht allzu langer Zeit war es \u00fcblich, dass von jeder Feuerstelle des Dorfes dem Pastor sechs Eier entrichtet wurden. Dieser Brauch ist heidnischen Ursprungs. Das Ei ist die &#8222;Urzelle des Lebens&#8220; und damit das Symbol der Fruchtbarkeit. Es wurde zur Erlangung der Fruchtbarkeit f\u00fcr Frucht und Vieh geopfert. Der Sinn des Opfers war jedoch nicht, dass der Pastor die Eier f\u00fcr sich behielt, sondern dass sie, nachdem sie auf dem Altar dargebracht worden waren, dem Volke wieder zur\u00fcckgegeben wurden. Dieses sollte dann die Eier in einem frohen Ritus gemeinsam verzehren, so dass alle Bewohner des Segens der Opferung teilhaftig w\u00fcrden. Man hat den Brauch in der Weise gepflegt, dass man die Eier in Braunbier (Weizenbier) schlug und dann als so genanntes Eierbier trank. Die Verwendung von Bier ist auch alten heidnischen Ursprungs. Das Bier ist zu vergleichen mit dem &#8222;Met&#8220; (Honigbier) unserer heidnischen Vorfahren. Der Genuss von Honigbier bedeutete f\u00fcr sie k\u00f6rperliche Erfreuung und k\u00f6rperliche St\u00e4rkung. Das geh\u00f6rte auch zum Opfergedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Genuss von Eiern und Bier sehen wir die beiden Hauptanliegen der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung:<br>1. Der Genuss von&nbsp;<strong>Eiern<\/strong> &#8211; Die Bitte um Fruchtbarkeit f\u00fcr Feld und Stall!<br>2. Der Genuss von&nbsp;<strong>Braunbier<\/strong> &#8211; Die Bitte um k\u00f6rperliches Wohlergehen und k\u00f6rperliche Freude!<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die ganze Dorfgemeinschaft an dem Segen teilhaben sollte, sehen wir an der alten Gepflogenheit, dass man auch die Kinder von dem Bier trinken lie\u00df. Da es sich bei den Eiern und dem Bier um geopferte Gaben handelte, konnten sie nicht mehr zur\u00fcckgenommen werden, denn was geopfert ist, das ist geopfert!<\/p>\n\n\n\n<p>Darum musste alles bis zum letzten Rest ausgetrunken werden. Daher r\u00fchrt auch der im Volksmund \u00fcbliche Spruch.<br><strong>&#8222;Wenn nicht alles ausgetrunken worden ist, dann bringt das kein Gl\u00fcck!&#8220;<\/strong><br>Auch beim B\u00f6seler Buerbeerfest finden wir diese Sitte in fr\u00f6hlicher Weise wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Brauch der Verkleidung seit alters her wurde im B\u00f6seler Festzug auch ein verkleidetes Brautpaar in einem Wagen einhergef\u00fchrt. Auch hier d\u00fcrfen wir einen alten Fruchtbarkeits-Ritus sehen, der in dieser Verkleidung zum Ausdruck kommt. Es wird berichtet, dass mitunter auch M\u00e4nner in Frauenkleidern verkleidet mitzogen. So hat \u00fcberhaupt die Verkleidung der Festzugteilnehmer und ihrer Wagen eine alt hergebrachte Bedeutung: Bereits die alten Fruchtbarkeitsprozessionen wurden verkleidet vorgenommen.<br>Diese Verkleidung hatte f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung &#8222;zweierlei&#8220; wichtige Gr\u00fcnde:<br>1. Grund: Der Gedanke des&nbsp;<strong>Wunsches<\/strong>&nbsp;um Fruchtbarkeit!<br>2. Grund: Der Gedanke der&nbsp;<strong>Abwehr&nbsp;<\/strong>gegen b\u00f6se Beeintr\u00e4chtigung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die erste Aufgabe<\/strong> fiel den M\u00e4dchen und Frauen zu.<br>Sie trugen Kr\u00e4nze aus verschiednen Kornsorten, hatten ihre Kleider mit Fruchtsorten behangen und mit Fruchtbarkeitssymbolen bestickt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die zweite Aufgabe<\/strong> fiel den M\u00e4nnern zu.<br>Sie sollten durch den so genannten Mummenschanz den versp\u00e4teten Einbruch des Winters abwehren und unerw\u00fcnschte Nachtfr\u00f6ste abwehren. Auch heute noch sind diese beiden Grundanliegen in der Gestaltung der Festumz\u00fcge erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Der Gedanke des&nbsp;<strong>Wunsches!<br><\/strong>Man w\u00fcnscht sich viele Dinge. Man w\u00fcnscht sich Dinge f\u00fcr das eigene Leben. Man w\u00fcnscht sich auch Ver\u00e4nderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese W\u00fcnsche kommen in manchen Verkleidungen zum Ausdruck.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Der Gedanke der&nbsp;<strong>Abwehr!<br><\/strong>Man m\u00f6chte manche Dinge nicht. Sie missfallen einem. Man \u00e4rgert sich \u00fcber manche Umst\u00e4nde. Die Abwehr dagegen bringt man in der Verkleidung zum Ausdruck. Doch macht man seinem Unwillen nicht mehr wie in alter Zeit Luft, indem man das Miss- liebige verteufelt, sondern indem man es verulkt und verspottet!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Die Regeln des Festes<\/strong><br>Die Bezeichnung &#8222;loaft beer&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Volksmund fr\u00fcher noch \u00fcbliche Bezeichnung &#8222;loaft beer&#8220; hei\u00dft soviel wie &#8222;gelobtes Bier&#8220; oder &#8222;versprochenes Bier&#8220;.<br>Nach der alten \u00dcberlieferung hat das folgende Bedeutung: Als man es einmal in alter Zeit mit dem Fest und der damit gemeinten Opferfeier nicht so ernst genommen hatte und das Fest einmal absetzte, wurde die ganze Saat durch den Hagel zerst\u00f6rt.<br>Man fasste das als Strafe Gottes auf, und gelobte Gott hinfort, das Fest regelm\u00e4\u00dfig zu feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chronik berichtet, dass man zur Zeit der Kriegsnot durch die franz\u00f6sischen Besatzungstruppe 1813 das Fest einmal ausfallen lassen wollte, da \u00e4u\u00dfere Not dazu bewog. Da erinnerte man sich an das gegebene Versprechen und blieb bei der Beibehaltung des Festes. &#8211; \u00dcberhaupt hatten die Wenden die Gepflogenheit, sich durch Notzeiten nicht vom Feiern abbringen zu lassen. Das wurde ihnen oft \u00fcbel angekreidet und man bezeichnete sie als verschwenderisch und ausschweifend. Doch wenn man dieses Verhalten tiefer betrachtet, so muss man eingestehen, dass dahinter eine gute Portion gesunden Menschenverstandes steckt. Wie kann man schwierige Zeiten \u00fcberstehen, wenn man sich nicht mehr freuen kann? Ja gerade die Freude bef\u00e4higt die Menschen, auch notvolle Zeiten zu durchstehen. So kann man die Wenden verstehen, wenn sie lieber vorher und nachher den G\u00fcrtel etwas enger schnallen, um ihre Feste richtig feiern zu k\u00f6nnen. Zu dem eingangs erkl\u00e4rten Versprechen geh\u00f6rte es, dass am Buerbeerfest (St. Georgstag) nicht gearbeitet werden durfte,<br>denn dieser Tag war Gott versprochen. Die Entweihung dieses Opfergedankens wurde dadurch geahndet, dass der, der an dem Tage arbeitete, eine halbe Tonne Bier spendieren musste, die dann bei der &#8222;Nachk\u00f6st&#8220; (Nachfeier) ausgetrunken wurde.<br>Falls der \u00dcbertreter nicht spendieren wollte, wurde er ge\u00adpf\u00e4ndet. Ebenso musste er das Bier mit den anderen zusammen austrinken. Falls er es nicht wollte, wurde er zum Austrinken gezwungen, um so den vers\u00e4umten Opfervorgang nachzuholen.<br><br><strong>Der Gedanke der Bereinigung!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem neu hereinbrechenden Fr\u00fchjahr war auch der Gedanke der Bereinigung verbunden. Man r\u00fcstete sich zu einem neuen Anfang in Feld, Flur, Haus und Hof. Das dr\u00fcckte sich besonders in dem Brauch aus, dass kein ungehaktes Abraumholz mehr auf dem Hofplatz herumliegen durfte. Wer es dennoch nicht schaffte, sein Holz zu verstauen, der musste seinen Holzhaufen mit wei\u00dfen Laken abdecken. Wer das vers\u00e4umte, wurde damit bestraft, dass man ihm einen wei\u00dfgekalkten &#8222;Strohwisch&#8220; (Reiserbesen) auf den Holzsto\u00df steckte, oder auch eine wei\u00dfe Fahne ans Hoftor band. Auch das wei\u00dfkalken des liegen gebliebenen Haufens war nicht ausgeschlossen. Die Alten erz\u00e4hlen, dass es auch \u00fcblich war, die &#8222;D\u00f6nsen&#8220; (Schlafkammern) und St\u00e4lle zum Buerbeerfest neu zu kalken. Im kirchlichen Bereich fand der Reinigungsgedanke darin seinen Ausdruck, dass der St. Georgstag immer mit einem Gottesdienst begonnen wurde und seit alter Zeit (bereits katholischer Zeit) mit einer Abendmahlsfeier beschlossen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe hier die beiden \u00e4ltesten Abendmahlskelche der Kirchengemeinde und zwar aus den Jahren 1330 + 1360.<br>Der Kelch, der mit den Lilien der Ritter, mit der so genannten &#8222;St.-Georgslilie&#8220; verziert ist, geh\u00f6rt nach B\u00f6sel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abendmahlsfeier hatte meines Erachtens (unter anderem) den Sinn, dass das Verh\u00e4ltnis untereinander wieder bereinigt werden sollte.<br>Alte, im Laufe des Jahres angesammelte Zwistigkeiten, sollten bereinigt werden, &nbsp;sodass man sich wieder froh in die Augen schauen konnte. Man war sich darin einig, dass man nur froh miteinander feiern kann, wenn Streit und Unfriede begraben ist. &#8211; Auch heute noch, entdecke ich bei dem Fest den Zug, dass beim gemeinsamen Feiern Zwistigkeiten begraben werden &#8211; und die Gemeinschaft des Dorfes neu gefestigt und gest\u00e4rkt wird!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Die Feier des Festes<\/strong><br>Das Fest wurde fr\u00fcher in drei &#8222;Klumps&#8220; (Haufen) gefeiert und zwar der alten Bezeichnung nach in dem &#8222;Kark&#8217;schen Klump&#8220;<br>in dem &#8222;Baben&#8217;schen Klump&#8220; und in dem &#8222;K\u00f6ttel&#8217;schen Klump&#8220;.<br>Diese Einteilung h\u00e4ngt meines Erachtens mit den alten H\u00f6rigkeitsverh\u00e4ltnissen der H\u00f6fe zusammen. B\u00f6sel geh\u00f6rte fr\u00fcher unter drei Herren, den Herrn von Wustrow, den Woltersdorfer Herren von Knesebeck und der L\u00fcchower Dom\u00e4nenverwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der gro\u00dfe Festzug gemeinsam ausgerichtet wurde, feierte man innerhalb des Klumps f\u00fcr sich. In jedem Klump wurde von Jahr zu Jahr immer auf einem anderen Hofe gefeiert. Der betreffende Gastgeber hatte jedoch die Last der Bek\u00f6stigung nicht alleine zu tragen, sondern der ganze Klump steuerte dazu bei, dass das Fest ausgerichtet werden konnte.<br>Sinnvoll war schon deshalb die Aufteilung in Klumps, da die ganze Dorfbev\u00f6lkerung wohl kaum auf der Diele eines Hofes Platz gefunden h\u00e4tte. Heute, da man eine Gastwirtschaft mit Saal hat, feiert das ganze Dorf gemeinsam in der Dorfgastwirtschaft.<br>Dennoch hat sich die Einteilung in einzelne Gruppen nicht &#8222;aufgel\u00f6st&#8220;, aber es haben sich neue Aufgaben f\u00fcr die Gruppen ergeben.&nbsp;Jede Gruppe entwickelt eine eigene Idee f\u00fcr einen Festwagen, die vor den anderen geheim gehalten wird. Sie tr\u00e4gt die Kosten f\u00fcr den Wagen und die Verkleidung und stellt alles in gemeinsamer Arbeitsleistung her. Dazu muss man sich \u00f6fters treffen, was das Gemeinschafsbewusstsein innerhalb einer Gruppe sehr st\u00e4rkt. Es bilden sich Freundschaften, die sich auch im Alltag bew\u00e4hren. Dadurch wird ein St\u00fcck d\u00f6rfliches Gemeinschaftserleben praktiziert. Die Gruppe feiert auch die &#8222;Nachk\u00f6st&#8220; (Nachfeier) gemeinsam und setzt dabei gleichzeitig den Anfang zu neuen gemeinsamen Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einen festen Rahmen f\u00fcr die organisatorischen Aufgaben des Festes finden zu k\u00f6nnen, hat sich 1973 ein Buerbeerverein gebildet. Von den Mitgliedern zahlt jeder Haushaltsvorstand 10,- DM und jedes Familienmitglied \u00fcber 16 Jahre = 5,- DM pro Jahr in die gemeinsame Kasse. Davon werden Unkosten, wie Saalmiete, Anwerben einer Kapelle und andere Dinge bestritten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Stadtrat der Stadt L\u00fcchow<\/strong> erkennt den gemeinschaftsf\u00f6rdernden Wert des Festes und unterst\u00fctzt das gemeinsame Unternehmen mit einem j\u00e4hrlichen Zuschuss von 600,- DM. Er tut das in der netten Weise, indem zur Er\u00f6ffnungsversammlung B\u00fcrgermeister und Stadtverordnete kommen und in einer freundlichen Begr\u00fc\u00dfung das Geld \u00fcberreichen.&nbsp;Anschlie\u00dfend h\u00e4lt der Vereinsvorsitzende die Festansprache in plattdeutscher Sprache. Dann beginnt die Musik aufzuspielen und die Honoratoren vereinigen sich zum Ehrentanz. Das muntere Volk der Jungen und Alten l\u00e4sst nicht lange auf sich warten und reiht sich freudig mit ein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der zweite Tag<\/strong> ist erst einmal den Kindern vorbehalten mit einem Kindertanz am Nachmittag. Der Abend ist dann dem Tanz mit allen Freunden und Bekannten aus Nah und Fern zugedacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der dritte Tag<\/strong> bildet dann den H\u00f6hepunkt des Festes mit dem lang vorbereiteten Festumzug.<br>Den Abend l\u00e4sst man gem\u00fctlich ausklingen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Woche sp\u00e4ter<\/strong> treffen sich die Aktiven noch einmal zu einer Nachfeier, in der nach altem Brauch das \u00dcbriggebliebene an Spenden, Naturalien und Getr\u00e4nken verfeiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachwort:<\/strong> Man t\u00e4te fehl daran und w\u00fcrde das Fest zu gering einsch\u00e4tzen, wenn man es nur in die Reihe der allgemein \u00fcblichen Feste einreihen w\u00fcrde. Seine eigentliche Bedeutung ist seine gemeinschaftsf\u00f6rdernde Wirkung, die bei dem heutigen Verfall mitmenschlicher Beziehungen unendlich wichtig ist.<br>Dieser Wirkung wegen ist es auch so beliebt und wird von allen gepflegt und mit immer neuen Ideen bereichert.&nbsp;<br>Das Sch\u00f6ne ist, dass jeder Fremde und Zugereiste in die frohe Gemeinschaft mit hineingekommen wird. Wer glaubt, dass traditionelle Gepflogenheiten zum Sterben verurteilt sind, der darf das ganz bestimmt nicht vom <strong>B\u00f6seler Buerbeerfest<\/strong> sagen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das B\u00f6seler &#8222;Buerbeerfest&#8220; und seine Geschichte Vortrag am St. Georgstag, den 23. April 1981&#8211; gehalten durch Pastor Gr\u00fctzner &#8211; in der St. Georgskirche zu B\u00f6sel: 1. Geschichtliche VorbemerkungenDie \u00e4lteste Erw\u00e4hnung des Ortsnamens &#8222;B\u00f6sel&#8220; finden wir in der Kalandsakte von 1329, in der die Kirchenjuraten der Kirchengemeinde B\u00f6sel als &#8222;membra&#8220; der &#8222;societaet calandis&#8220; bezeichnet werden, das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"templates\/template-full-width.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-11","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":195,"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11\/revisions\/195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anke123.koehring.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}